Gast-Rezension: „Lost in Fuseta“ von Gil Ribeiro


Kurzinfos

Taschenbuch – 380 Seiten
Reihe? Nein
Verlag – Kiepenheuer & Witsch
Preis
– Taschenbuch 14,99€
– eBook 12,99€
ISBN: 978-3462048872
Will ich kaufen!

Klappentext:

Ein hinreißendes deutsch-portugiesisches Ermittler-Trio betritt die Krimilandschaft. Bem-Vindo!
Das Septemberlicht an der Algarve ist von betörender Weichheit. Am Flughafen von Faro nehmen Sub-Inspektorin Rosado und ihr Kollege Esteves einen schlaksigen Kerl in schwarzem Anzug in Empfang: Leander Lost, Kriminalkommissar aus Hamburg, für ein Jahr in Diensten der Polícia Judiciária. Eine Teambildung der besonderen Art beginnt.
»Lasst uns die Besten austauschen« – so stand es in der Broschüre von Europol. Doch schon bald gibt der merkwürdig gekleidete Lost seinen portugiesischen Kollegen aus dem Küstenstädtchen Fuseta Rätsel auf: Warum spricht er schon nach drei Wochen Sprachkurs fließend Portugiesisch – und versteht dennoch keinen ihrer Witze? Warum starrt er die Menschen so komisch an – und ist dennoch von so rührend-altmodischer Höflichkeit?
Auf der schwierigen Suche nach dem Mörder eines Privatdetektivs, der mit seinem Boot auf einer vorgelagerten Atlantikinsel gestrandet ist, kommt das Trio nicht nur langsam den schmutzigen Geschäften eines Unternehmens auf die Spur, das die Wasserversorgung an der Algarve übernommen hat. Die vermeintlichen Defizite und Inselbegabungen des deutschen Kommissars entpuppen sich immer mehr als kriminalistischer Gewinn. Und Leander Lost erfährt im Laufe der Ermittlungen zum ersten Mal in seinem Leben, was es heißt, Teil eines Teams zu sein. Zumal Soraia, die hübsche und lebenskluge Schwester von Sub-Inspektorin Rosado, ein ausgeprägtes Interesse an ihm entwickelt …

Was ist mit Lost los?

Das Cover ist sehr auffällig. Es wirkt wie ein schöner warmer Sommertag am Meer. Der Titel des Buches „Lost in Fuesta“ sowie der Name des Autors „Gil Ribeiro“ kommen gut zur Geltung und nehmen etwa das untere Drittel des Covers ein. Besonders auffällig ist der fehlende Teil der Straße, als ob dem Cover einfach ein Teil abgerissen wurde, und der Leser direkt auf den Text im Buch blickt. Eine neue Art der Covergestaltung, die ich so noch nicht gesehen habe, an der man nicht vorbei sehen kann. Dieses Cover fällt sofort ins Auge.

 

Am Anfang des Krimis lernen wir Leander Lost einen schlaksigen Kriminalkommissar aus Hamburg kennen, der ein Jahr seinen Dienst in Fuesta bei der Polícia Judiciária verrichten soll. Laut Europol-Austauschprogramm sollen die Besten ausgetauscht werden, so unterstützt der portugiesische Kollege Rui Aviola für das Jahr die Hamburger Polizei. Gleich nach der Ankunft werden Lost und das Begrüßungsteam Graciana Rosado und Carlos Esteves, Sub-Inspektoren der Polícia Judiciária, der portugiesischen Kriminalpolizei zu einem Fall gerufen. Was den beiden portugiesischen Kollegen sofort auffällt, wie perfekt ihr neuer Kollege Lost die Landessprache beherrscht, aber weder Witz noch Ironie versteht.

Es wurde ein toter Privatdetektiv auf einem gestrandeten Boot auf einer vorgelagerten Atlantikinsel gefunden. Schnell stellt es sich als Mord da, so ermitteln das Trio im Umfeld des Toten und durchsuchen das Detektivbüro. Dort werden sie überfallen, das Büro wird in Brand gesteckt. Graciana Rosado wird niedergeschlagen. Carlos Esteves wird vom Brandstifter ein Messer an die Kehle gehalten. Lost reagiert prompt und schießt auf seinen Kollegen Esteves und den Brandstifter, was Lost nicht sehr beliebt in der Truppe macht. Keiner der Kollegen versteht die Beweggründe von Leander Lost. Der Vorgesetzte von Rosado und Esteves schickt Lost schon nach einem Tag wieder zurück nach Deutschland.

 

Abends erfährt Graciana Rosado von ihrer Schwester Soraia, was mit Lost los ist. Leander Lost leidet am Asberger-Syndrom. Er kann zwar in Bruchteilen von Sekunden eine lange Einkaufsliste erfassen, hat ein beeindruckendes fotografisches Gedächtnis und kann nicht lügen. Doch das schlimmste ist, er kann weder die Mimik seines Gegenüber erkennen noch deuten, womit er regelmäßig seine Mitmenschen vor den Kopf stößt.

 

Graciana und ihr Kollege Carlos holen Leander vom Flughafen zurück, da er ihnen mit seinen Fähigkeit sehr nützlich sein könnte. So findet Leander Lost sehr bald die Zusammenhänge zwischen dem aktuellen Mordfall des Privatdetektivs und einem älteren Unfalltod einer Biologin heraus. Die Spuren führen zu einer betrügerischen Wasserversorgungsfirma und zu einem Maulwurf in den eigenen Reihen der Polizei.

 

Der Schreibstil ist sehr einfühlsam, flüssig und spannend. Die Charaktere und ihre Eigenarten sind sehr gut beschrieben. Es wird sich sehr intensiv mit den Begabungen und Defiziten von Leander Lost auseinandersetzt. So kann er auch mit seiner besonderen Art Zara, der Tochter der ermordeten Biologin, Schritt für Schritt helfen. Es wird uns Lesern auf verständliche, liebenswürdige und einfühlsame Weise die merkwürdigen Auffälligkeiten und Verhaltensweisen des Asberger-Syndroms vor Augen geführt.

Die Landschaft und Handlungsorte wurden sehr anschaulich und bildlich dargestellt. Um auch die Landkarte Portugals vor Augen zu haben, ist sie auf der Innenseite des Covers abgedruckt. Eine Vergrößerung der Algarve und der Handlungsorte des Krimis sind auf der rückwärtigen Innenseite des Buches zu finden. So konnte ich in den Krimi, bei Urlaubsstimmung im September und bei Temperaturen von noch 28 Grad mit viel Sonne, eintauchen und der Handlung folgen, als gehörte ich zum Leander-Lost-Team. In diesem wunderbaren Krimi habe ich viel über die Landschaft Portugals, insbesondere über die Algarve und ihre Bewohner, sowie die portugiesische Lebensart mit ihrer Herzlichkeit und ihren Traditionen erfahren.

Sehr gerne würde ich weitere so gelungene Bücher des Autors über den sympathischen Ermittler Leander Lost lesen.

 

Nur fand ich den Aufkleber „Lesen & gewinnen“ fehl am Platze, da der Einsendeschluss für das Gewinnspiel bereits 31. Januar 2017 war. Gerne hätte ich an der tollen Verlosung teilgenommen, aber die Verteilung dieser Bücher erfolgte erst im März.

 

Bewertung:
5sterne

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